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Posted by Magda

Dieser Text ist Teil 28 von 28 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Jedes Mal, wenn ich mich zu Themen wie der Stigmatisierung von dicken Körpern oder Fat Aktivismus äußere, muss ich mit einer Frage auf jeden Fall rechnen: “Ist das nicht voll ungesund?” Interessant ist, dass dieses “das” häufig gar nicht benannt wird, so dass ich nur raten kann, was die Kommentierenden meinen: Ist es ungesund, wenn dicke Menschen sprechen? Am Strand im Bikini posen? Atmen?

Dick und ungesund?!

fatkinijazz

© Jazz von jazzylicious-curves.com

In der Regel geht es um folgende Fragen: Ist Dicksein un­gesund? Und ist der positive Verweis auf Dick­­sein gefährlich, weil etwas angeblich “Un­gesundes” propagiert wird? (Eingefügt werden könnte hier außerdem noch ein ganzes Bingo mit Feldern wie “Diabetes!”, “McDonalds!” oder “Die Armen Kinder!”).

Gewiss ist: Dicke Körper werden häufig als Epidemie, Krankheit oder Folge­erscheinung von (Ess)sucht gerahmt und fälschlicher­­weise in einen kausalen Zusammen­­hang mit Diabetes, hohen Cholesterin­­werten oder Blut­­hoch­druck gestellt.

Was nicht erzählt wird, ist, dass Stress auch solche körperlichen Gegeben­heiten fördert. Ständig mit Abwertungen und Botschaften konfrontiert zu werden, dass eine_r zu dick sei und doch mal abnehmen sollte, verursacht übrigens enormen Stress.

Dass die hegemoniale Erzählung vom dicken Körper als “kranker” Körper durchaus umstritten und nicht erwiesen ist, wird häufig verschwiegen. Es lohnt sich, kritisch zu recherchieren, wenn es um das Thema Dicksein und Gesund­heit geht. Lest doch zum Beispiel “Big Deal: You Can Be Fat and Fit” auf CNN; Our Absurd Fear of Fat” in der New York Times; I Don’t Care if You’re Healthy” von Radically Visible; Warum der BMI scheiße ist” auf der Mädchenmannschaft; “Dick, doof und arm: Die große Lüge vom Übergewicht und wer von ihr profitiert” von Friedrich Schorb oder den Fat Studies Reader” von Esther Rothblum & Sondra Solovay.

Ich hab selten Lust Diskussionen darüber zu führen, ob Dicksein eine Körperform unter vielen sei oder Resultat eines bestimmten Lebenswandels, sprich: Hat da jemand zu viel gefressen und zu wenig Sport gemacht? Ich frage mich, was eine definitive Antwort bringen soll. Wäre es legitim dicke Menschen abzuwerten, wenn sie “selbst schuld” an ihrem Körpergewicht wären? Ist das Beschämen von dicken Körpern nur dann verwerflich, wenn Menschen nichts für ihre Körper können? (Nein und nein.)

Viel spannender finde ich den Umstand, dass sofort das Thema Gesundheit aufkommt, wenn es um dicke Menschen geht. Ganz aktuell wurde wieder viel über Gesundheit diskutiert, als sich zahlreiche dicke_fette Menschen stolz in ihren Bikinis fotografierten und das Foto mit dem Hashtag #Fatkini online stellten. Grundlage für solche Diskussionen ist sicherlich die diskursive Verstrickung von Dicksein mit Krank­heiten, aber da steckt noch mehr dahinter. Ich glaube: Glückliche fette Menschen, die ihre Körper mögen, sprengen eindeutig den gesellschaftlichen Rahmen dessen, wie dicke Menschen sein und sich fühlen sollen.

#Fatkini!

Wie bereits im letzten Sommer, veröffentlichten auch dieses Jahr unzählige dicke_fette Menschen in diversen sozialen Netzwerken Fotos von sich im Bikini oder Badeanzug - Größe 46, Größe 52, Größe fun-fatty-tastic! Im letzten Jahr blieb es überwiegend ein Trend in den USA, aber dieses Jahr schwappte dieser auch fett nach Deutschland über. So berichteten darüber beispielsweise der Stern und selbst die BILD recht positiv. Auch ich gab ein kleines Interview für DRadioWissen.

© Alex von Some Girls Are Bigger Than Others

© Alex von Some Girls Are Bigger Than Others

Wunderbar, könnte eine_r denken und sich freuen, dass Menschen, die oft abwertende Blicke und beleidigende Sprüche hören, sich glücklich und stolz leicht bekleidet fotografieren lassen, allen voran US-amerikanische Mode­bloggerinnen wie Gaby Fresh oder Fat-Aktivistinnen wie Virgie Tovar.

Ich freute mich kugelig. So ging’s aber nicht allen: Manche diskutieren vielmehr den Grad der “Gefährdung”, die diese Aktion generiere. Unzählige Twitter-User_innen nutzten den eigentlich empowernd gemeinten Hashtag #Fatkini, um ihre pseudo­kritischen Einwürfe à la “voll ungesund, voll unver­antwortlich, voll hässlich” unter die Mensch­heit zu bringen. Ich fände es ja schöner, wenn die ihre Kommentare einfach unter dem Hashtag #FatshamingShitheads sammeln könnten!

Glückliche fette Menschen sind gefährlich

Ich höre Gefährdung und möchte schreien: Jaaa!! Stolze, glückliche fette Menschen sind gefährlich – weil sie hegemoniale Bilder von den traurigen™ und inaktiven Fatties in Frage stellen. Weil manche dicke Menschen einen lauten Furz darauf geben, ob andere es “ästhetisch” oder “schön” finden, wenn sie knappe Bikinis oder Neon-Badeanzüge tragen. Dicke Leute, die ihren Körper nicht verstecken, ihn sogar stolz präsentieren? Passt in keine gesell­schaftliche Erzählung über das Dicksein: Dicke Menschen sollen entweder abnehmen oder zumindest sagen, dass sie es tun wollen. Aber doch bitte nicht fett und glücklich im Badeanzug posieren.

Die Aussage, dass Dicksein ungesund sei, dient dazu, die gesell­schaftliche Ordnung aufrecht zu erhalten. In dieser Ordnung ist das, was gesellschaftlich als krank markiert wird, automatisch schlecht, muss sanktioniert, am besten abgeschafft werden. Wenn mensch etwas genauer hinschaut, fällt auf, wie absurd es ist, dass viele wirklich “krank!!!” schreien, wenn Menschen, deren Körperform oder Körpergewicht von der Norm abweichen, versuchen ein gutes Körper­gefühl zu entwickeln, um eine angenehme Zeit am Strand zu haben. Glauben viele wirklich, dass es gesünder sei, wenn dicke Menschen ständig gestresst sind, weil sie sich hässlich fühlen, sich schämen, weil sie die Diät wieder einmal nicht durch­gehalten haben oder sich gar nicht mehr trauen, aus dem Haus zu gehen (geschweige denn an den Strand), weil die Angst vor diskriminierenden Kommentaren so groß ist? Ist das deren Vorstellung von einem besseren Leben?

Viele können es nicht ertragen, dass körperliche Selbst­bestimmung auch für Menschen gelten sollte, die von der Norm abweichen. Die Be- und Abwertung von Körpern ist so normalisiert, dass wir oftmals gar nicht merken, dass das Recht auf körperliche Selbst­bestimmung eher Menschen zugebilligt wird, die bereits gesell­schaftliche Normen erfüllen. Eine dünne Frau isst eine Pizza und findet Diäten “voll blöd”? Voll feministisch! Eine dicke Frau schleckt ein Eis und trägt einen hotten Bikini? Ab zur Ärztin, ist ja voll ungesund!!!

Um eins deutlich zu machen: Nicht mein dicker Körper macht mir zu schaffen, sondern die täglichen Abwertungen. Nicht meine dicken Beine, meine schwabbeligen Arme, mein Doppel­kinn oder der ausladende Po schaden meiner Gesund­heit, sondern über­griffe Menschen, die denken, meinen gesund­heitlichen Zustand anhand eines Blickes auf meinen Körper ablesen zu können. Mein Körper – egal in welcher gesund­heitlichen Verfassung übrigens! – geht nur mich etwas an.

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The First Day of a New Life

Sep. 1st, 2014 05:40 pm
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Posted by rivendellrose

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September's life changes abruptly in the time between season four and season five.

Words: 6162, Chapters: 1/1, Language: English

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Posted by Charlott

Dieser Text ist Teil 83 von 83 der Serie Die Feministische Bibliothek

Ich könnte den ganzen Tag über Bücher, Autor_innen und Bibliotheken reden, aber leider ist das ja nicht immer möglich. Zu mindestens einmal im Monat werde ich jetzt hier mit euch teilen, welche Bücher ich aktuell gelesen habe (und ob ich sie euch weiterempfehlen würde), welche spannenden Texte im Netz rund um Literatur erschienen und auf welche Neuerscheinungen sich gefreut werden könnte.

Gelesen auf Papier

“Nach der Revolution kommt die Abrechnung. [...] Was genau wurde erreicht, was hat sich verändert?” Dieser Frage – mit einem weiten Blick in die Kunstszene(n) – widmet sich der Band The Reckoning: Women Artists of the New Millenium von Eleanor Heartney, Helaine Posner, Nancy Princenthal, Sue Scott. Die vorgestellten Künstlerinnen hinterfragen weiblich-konnotierte Passivität, setzen sich mit Sexualität,  dem häuslichen Alltag und weiteren aktuellen politischen Fragen auseinander. Die Autorinnen schaffen es auch für Einsteiger_innen fesselnd die unterschiedlichen Strömungen und Herangehensweisen aufzuzeigen und zu illustrieren. (Das  Buch werde ich demnächst hier noch ausführlicher besprechen.)

Vor ein paar Jahren habe ich wieder angefangen vermehrt Poesie zu lesen – und siehe da, es gibt vieles, was mich so viel mehr anspricht als jene Verse,  durch die wir im Schulunterricht gequält wurden. Den Tod von Maya Angelou habe ich zum Anlass genommen, wieder einmal Veröffentlichungen von ihr in die Hand zu nehmen.  And Still I Rise (Virago, erstmals 1986 publiziert) beinhaltet die Bände And Still  I Rise (1976) und Shaker, Why Don’t You Sing (1983). Mit Phenomenal Woman, Life Doesn’t Frighten Me und dem titelgebenden Gedicht eigentlich die perfekte Lektüre für jeden Tag wieder und wieder. Außerdem gelesen und weiter empfehlenswert: Mural von Mahmoud Darwish mit einem Vorwort von Rema Hammami und Illustrationen von John Berger (Verso) und sowie Proxy von R. Erica Doyle (Belladonna).

Wie entscheidet sich eigentlich ob eine Kurzgeschichte von Alice Munro im New Yorker gedruckt wird? Und wie werden die Vorschüsse für Autor_innen in Verlagen berechnet? Das und mehr erzählt Daniel Menaker sehr unterhaltsam in seiner Autobiographie My Mistake (Houghton Mifflin Harcourt). Als ehemalige Faktenchecker und (Literatur-)Redakteuer des New Yorkers und leitender Angestellter verschiedener Verlage bietet er einen guten Einblick in den (us-amerikanischen) Literaturbetrieb der letzten Jahrzehnte und wirft zu mindestens auch hin und wieder einen (sicher sehr ausbaufähigen) kritischen Blick auf die weiß-männliche Dominanz.

Land is the only thing that lasts life to life. Money burns like tinder, flows off like water. And as for government promises, the wind is steadier. (Tracks, S. 33)

Land ist das einzige, was von Leben zu Leben bleibt. Geld verbrennt wie Zundholz, fließt weg wie Wasser. Und zu Regierungsversprechen – der Wind ist beständiger.

Louise Erdrich (die ich hier schon einmal ausführlicher vorstellte) schreibt in ihrem dritten Roman Tracks (Harper Perennial) von 1988 auch zum dritten Mal über die gleiche Gegend in North Dakota: die kleine Stadt Argus und das in der Nähe liegende Reservat. Zwischen 1912 und 1924 verstrickt sie tragische Familiengeschichten, magischen Realismus und den Konflikt um Land zu einer fesselnden Erzählung. Im August gewann Erdrich den Dayton Literary Peace Prize.

The Long Room (In der Bibliothek des Trinity Colleges, Dublin). Funfact: Der Raum war vielleicht oder auch nicht die Vorlage für das Jedi-Archiv in Star Wars Episode II: Attack of the Clones.

The Long Room (in der Bibliothek des Trinity Colleges, Dublin). Funfact: Der Raum war vielleicht oder auch nicht die Vorlage für das Jedi-Archiv in Star Wars Episode II: Attack of the Clones.

Gelesen im Netz

Wunderhübscher Tumblr-Zufall festgehalten u.a. bei The Mary Sue: Ein Gedanken an alle Frauencharaktere, die sterben mussten, damit das Leid des Hauptprotagonisten tragischer ausgebreitet werden kann. (Englisch)

In der aktuellen Ausgabe der The Paris Review erschien die Kurzgeschichte “Big Week” von Zadie Smith. Glücklicherweise ist sie auch kostenfrei im Netz nachlesbar. (Englisch)

Jessica Reidy hat bei VIDA zwanzig Romani Autorinnen zusammengetragen und vorgestellt. (Englisch)

“Diane di Prima war eine der einflussreichsten Frauen der Beatnik-Bewegung. An ihrem 80. Geburtstag ist sie leider so gut wie vergessen”, schreibt derFreitag. (Deutsch)

Am 06. Oktober wird der Deutsche Buchpreis vergeben. Andreas Platthaus wirft bei der FAZ einen Blick auf die Longlist und stellt fest, dass einige Bücher (gerade von AutorINNEN) schmerzlicherweise ausgelassen wurden. Insgesamt nominiert wurden eh nur fünf Frauen, darunter aber auch Marlene Streeruwitz.  “Hilft nur eine Preis-Quote?“, fragt dazu Dana Buchzik bei der Welt. (Deutsch)

Die iranische Dichterin Simin Behbahani ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Sie war Simone de Beauvoir Prize for Women’s Freedom-Preisträgerin und zweimal für den Literatur-Nobelpreis nominiert. (Englisch)

Hoffentlich bald zu lesen

Im August herausgekommen: Roxanne Gays Bad Feminist (Harper Perennial). Die Essay-Sammlung steht ganz oben auf meiner Wunschliste. (Englisch)

Im September erscheint Synchronicity von Sharon Dodua Otoo im Verlag Edition Assemblage. Schon allein, was bisher an Illustrationen (von Sita Ngoumou) zu sehen war, sah sehr bezaubernd aus. (Deutsch)

Ebenfalls bei Edition Assemblage erscheint im Oktober Let them talk. What genitals have to say about gender – a graphic survey von Yori Gagarim. (Englisch)

“Ein Buch nach dem Anderen” ist quasi mein Anti-Lese-Motto. Meistens lese ich viele Bücher parallel, aber ich stelle sie der Reihe nach vor. Was lest ihr denn gerade? Erscheinen demnächst Bücher, auf die ihr euch ganz besonders freut?

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Wir sind zurück!

Sep. 1st, 2014 07:00 am
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Posted by der Mädchenmannschaft

Nach vier Wochen Sommerpause mit viel Eiscreme und Herbstwetter sind wir ab heute wieder mit neuer Energie und Freude und Wut im Bauch zurück. In der Zwischenzeit haben wir neue Ideen gesammelt, ein paar Texte geschrieben und haben vor allem mit Menschen gesprochen, die ab jetzt regelmäßiger zum Inhalt der Mädchenmannschaft beitragen werden. Ihr könnt euch also auf weitere spannende Perspektiven und neue Formate freuen.

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Limits of the Mind

Aug. 21st, 2014 07:51 pm

Second Chances

Aug. 21st, 2014 05:28 am
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Posted by Anonymous

by Anonymous

The man who broke Donnie Pfaster out of prison is tearing holes in the fabric of the universe. It's The X-Files episode "Orison," in the canon AU of Fringe.

Words: 7664, Chapters: 1/1, Language: English

Exclusionary Detailing

Aug. 20th, 2014 03:27 pm
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Posted by kerithwyn

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She doesn't tell them everything.

Words: 802, Chapters: 1/1, Language: English

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